Online-Werbung hat im Vergleich zu traditionellen Werbestrategien wie Print, Plakat, TV und Radio einen ganz entscheidenden Vorteil: Sie wird gezielt ausgespielt; der Streuverlust ist entsprechend gering. Für Sie bedeutet das: mehr Effizienz Ihrer Maßnahmen und eine höhere Wahrscheinlichkeit, genau die Menschen anzusprechen, die Ihrer Zielgruppe entsprechen. Damit das gelingt, sollten Sie sich jedoch erst einmal grundlegend mit den Möglichkeiten auseinandersetzen. Erfahren Sie in diesem Beitrag, wie Sie mit Online-Werbung durchstarten!

Am Anfang war das Ziel

Keine Strategie ohne klare Vorstellung, wo es hingehen soll: Klären Sie als allererstes, was Sie mit Ihrer Werbekampagne erreichen wollen. Möchten Sie allgemein mehr Besucher auf Ihre Webseite ziehen? Sollen mehr Kunden Ihr Geschäft besuchen? Oder wollen Sie ein bestimmtes Produkt in Ihrem Online-Shop bewerben? Haben Sie Ihr Ziel vor Augen, können Sie Ihr weiteres Vorgehen besser planen. Während sich für das Ziel „Ladenbesuche“ eine lokale Kampagne bei Google Ads lohnt, kommt für ein Fach-Onlineseminar stattdessen eher eine bundesweite, netzwerkübergreifende Kampagne in Frage, deren Empfänger nach Interessen und Branchenzugehörigkeit eingegrenzt werden.

Im zweiten Schritt legen Sie nun fest, wen Sie mit Ihrer Werbekampagne erreichen möchten. Online-Werbung spricht sehr gezielt bestimmte Personen an. Möglich machen das die zahlreichen Daten, die wir tagtäglich mittels Suchanfragen und App-Nutzung über uns bereitstellen. So wissen Google und Facebook zum Beispiel ziemlich genau:

  • Wie alt wir sind
  • Welches Geschlecht wir haben
  • Wo wir wohnen bzw. in welcher Region wir uns gerade aufhalten
  • Welche Interessen wir haben
  • Was wir gerne einkaufen

Diese Daten können Sie wiederum nutzen, um einzugrenzen, an wen Ihre Online-Werbung ausgeliefert werden soll. Im Gegensatz zum Werbeplakat, das jeder zufällig Vorbeifahrende sieht, reduzieren Sie so erheblich den Streuverlust.

Anmerkung: Apple-Nutzer können Apps auf ihren Geräten mittlerweile das Tracking verbieten. Für Werbetreibende hat das Konsequenzen, da so natürlich die oben genannten Zielgruppen-Auswertungen nicht mehr funktionieren.

Die Grundlage Ihrer Werbekampagne haben Sie damit gelegt. Weiter geht’s mit den unterschiedlichen Kanälen.

Online-Werbung auf Social Media

Von knapp 79 Millionen Internetnutzern in Deutschland sind 66 Millionen auf Social Media unterwegs. Fast 80 Prozent der Deutschen nutzen also Facebook & Co. Eine gewaltige Zahl – und die zeigt: Um die sozialen Medien kommen Sie im Marketing definitiv nicht mehr herum. Ein professioneller Auftritt mit Posts, die auf die Interessen Ihrer Zielgruppe zugeschnitten sind, steigert Ihre Reichweite. Darüber hinaus lässt sich natürlich auch auf Social Media Online-Werbung schalten. Mittlerweile bietet jede Plattform die entsprechenden Tools dafür an; Anzeigen erscheinen je nach Plattform im Feed selbst, in Stories oder im Messenger.

Nutzen Sie das Google-Netzwerk

Mit Googles hauseigenem Tool „Google Ads“ können Sie Online-Werbung in der Suchmaschine selbst schalten – und fast im gesamten restlichen Internet. Das Tool bietet dazu zahlreiche Strategien an, zum Beispiel:

Suchmaschinenwerbung

Als Suchmaschinenwerbung (auch SEA, von „Search Engine Advertising“) werden die kurzen Werbeanzeigen bezeichnet, die an Anfang und Ende der Suchergebnis-Seiten in Google und YouTube eingeblendet werden. Google legt nach eigener Aussage viel Wert darauf, dass diese Anzeigen auch wirklich nur dann ausgespielt werden, wenn sie relevant sind – deshalb sehen Sie die Ads auch nicht bei jeder Suchanfrage. Das Prinzip dahinter: Sie schalten Ihre Werbeanzeigen auf bestimmte Keywords und legen fest, wie genau diese mit Suchanfragen übereinstimmen sollen. Muss es exakt „Wallbox Installation“ sein, oder wären auch „Wallbox installieren“ oder „Wallbox einrichten“ noch passend?

Wichtig zu wissen ist hierbei jedoch: Je mehr andere Unternehmen Werbung auf das ausgewählte Keyword schalten, desto mehr müssen Sie bieten. Denn die Suchmaschinenwerbung funktioniert nach einem Gebotssystem. Eine kluge Wahl bei geringem Budget ist deshalb, auf ähnliche, weniger umkämpfte Keywords auszuweichen – vorausgesetzt, Ihre Zielgruppe sucht auch tatsächlich nach diesen Alternativen.

Displaywerbung

Bei der Displaywerbung handelt es sich um die Werbeanzeigen, die Ihnen überall im Internet in Form kleiner Banner und Bildchen über den Weg laufen. Der Nachteil daran: Sie lassen sich leicht mit Werbeblockern ausblenden. Sofern der User personalisierte Werbung nicht deaktiviert hat, basiert die angezeigte Displaywerbung auf zuvor besuchten Webseiten, angeklickten Produkten und den Interessen.

Videowerbung

Möchten Sie mit Videoclips auf Ihr Unternehmen aufmerksam machen, können Sie diese über YouTube ausspielen. Ihnen stehen dabei verschiedene Varianten mit verschiedenen Längen zur Verfügung, die mitunter auch vom User übersprungen werden können. Sie zahlen nur für Anzeigen, die User mindestens 30 Sekunden geschaut oder angeklickt haben.

Online-Werbung kommt längst nicht mehr überall (gut) an

„Richtige“ Online-Werbung in Form von Anzeigen ist immer eine gute Ergänzung, um Ihre Reichweite generell zu steigern. Doch trotz ihrer Vorteile hat auch die Werbung im Internet ihre Nachteile. Allen voran:

  1. Diese Anzeigen müssen bezahlt werden. Prinzipiell können Sie auch mit kleinem Budget werben, doch das schränkt besonders bei großer Konkurrenz die Reichweite ein.
  2. Wer immer und überall Werbung sieht, stumpft dagegen ab: Irgendwann übersieht man die Anzeigen einfach. Dieses Phänomen wird als „Banner Blindness“ bezeichnet. Zudem nutzen viele Menschen Adblock-Tools, die zumindest die Displaywerbung ausblenden. Und wer für einen Premium-Account auf YouTube zahlt, sieht auch Ihre Werbevideos nicht mehr. All das schränkt ein, wer Ihre Anzeigen am Ende tatsächlich aktiv betrachtet und vielleicht sogar damit interagiert.
  3. Einerseits ist personalisierte Werbung hilfreich, wenn man gerade auf der Suche nach einem ganz bestimmten Produkt ist. Andererseits – das wollen wir gar nicht schönreden – nervt Werbung. Besonders, wenn sie langweilig ist.

Ergänzen Sie die reine Werbung deshalb durch relevante Inhalte

Deshalb empfehlen wir, neben Werbeanzeigen auch auf „organische“ Weise auf Ihr Unternehmen aufmerksam zu machen: Mit guten Inhalten. Das ist das Prinzip, was hinter Content Marketing steckt. Überlegen Sie sich, welche Themen Ihre Zielgruppe interessieren und bereiten Sie die in spannenden Formaten auf. Zum Beispiel in Form von Videos, Fachartikeln, Blogbeiträgen oder Podcasts, die Ihren potenziellen Kunden Fragen beantworten und Lösungen aufzeigen. Diese Form der Online-Werbung kann jeder nutzen.
In Verbindung mit Suchmaschinenoptimierung machen Sie auf Ihre Inhalte aufmerksam: Wer etwa „Rosen richtig düngen“ googelt und die ersten Werbeanzeigen für Rosendünger gekonnt übersieht, trifft stattdessen auf Ihren wertvollen Blogbeitrag, der eine ausführliche Anleitung zum Düngen liefert.

Idealerweise ergänzen Sie diesen Blogbeitrag noch um eine Übersicht, die sich Leser kostenlos herunterladen können. Dadurch landen sie in Ihrem E-Mail-Verteiler und erhalten in den folgenden Wochen weitere nützliche Informationen zur Rosenpflege. Mit der Zeit spitzt sich dieser sogenannte Funnel auf den Vorschlag zu, sich zu einem Beratungsgespräch anzumelden.

Der Vorteil an Content Marketing: Sofern es richtig verstanden und umgesetzt wird, nimmt es Abstand von marktschreierischer Werbung. Statt „Mein Angebot ist toll, kauf jetzt“ in die Weiten des Internets zu rufen, bieten Sie potenziellen Kunden Mehrwert und schaffen Vertrauen und Kaufbereitschaft durch Expertise.

Fazit: Finden Sie eine gute Balance

Online-Werbung und Content Marketing können sich wunderbar ergänzen. Auch wenn Werbung nicht von jedem wahrgenommen wird, können Sie sie dennoch gezielt einsetzen, um damit auf Ihr Unternehmen aufmerksam zu machen – oder auf Ihren Content. Das lohnt sich besonders, wenn Ihre Reichweite aktuell noch nicht sehr groß ist oder sie eine bestimmte Nischengruppe erreichen wollen. Facebook, Instagram, Google und YouTube bieten ausführliche Anleitungen zum Erstellen geeigneter Werbekampagnen und führen Sie Schritt für Schritt durch den Prozess.